Die Pyrenäen - Katalonien

Die Landenge, durch die die Iberische Halbinsel mit dem europäischen Kontinent verbunden ist, ist sehr bergig, es erheben sich die Pyrenäen, unbewegliches Relief, dessen Alter man in Millionen Jahre misst. Ihr extremer Anstieg über der Ebene von Aquitania, den man am Nordhang wahrnimmt, fällt stufenförmig nach Spanien ab, mit einer Sanftheit gesättigt, die in den Tälern ausläuft. Die eindrucksvolle Bergkette erhob ihr Profil so um das Tertiär, vor 50 Millionen Jahren, wenngleich ihr erstes Aufbegehren bereits bis zum Mesozoikum zurückreicht, als die Erde eine verlorene, von den Dinosauriern bewohnte, Welt war. Zur gleichen Zeit wie die Pyrenäen, erhoben sich die Rocky Mountains, der Himalaja und die Alpen.

Damals gab es nur einen Kontinent. Der Urkontinent Pangäa teilte sich in zwei Teile: Europa und Afrika, die von da an getrennt in gegensätzliche Richtungen trieben, bis Afrika auf einmal seine Richtung änderte und zum Hinterteil Europas lenkte. Im versteckten Herzen des Mutterplaneten trieben die brüderlichen Kontinente aufeinander zu. Der alpine Ozean verschwand durch Subduktion und dann gab es kein Aufhalten der Kollision zwischen der afrikanischen und europäischen Kontinentalplatten mehr. Unter der scheinbar stillen Schneedecke erkennt man am Horizont welche mythischen Kräfte das Übereinanderschieben und die Hebung hervorriefen, die die Folge jener Kollision waren und die wir heute als die Pyrenäen kennen.

Im Tal des Arán liegt
Artíes, ein idealer Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen in der malerischen Berglandschaft. Im örtlichen Parador zu übernachten, erfüllt denjenigen, der dort wohnt mit der Landschaft der Pyrenäen, insbesondere bei Sonnenuntergang, wenn die Berge und der Glockenturm das Gold des Westens horten. Vielha, die Hauptstadt des Tales, war bereits in der Antike bekannt, aufgrund seiner privilegierten Lage und dem mystischen Tunnel, der die Felsen bis zum oberen Ribagorça öffnet. In der Pfarrkirche von
Vielha ist der bedeutendste bunte Holz-Christus der Romanik untergebracht, der ursprünglich mehr als zwei Meter groß war.
Am Zusammenfluss der Flüsse Valira und Segre - vor der eindrucksvollen Kulisse der Gebirgskette Sierra de Cadí - befindet sich
La Seu dUrgell. Sehenswert sind hier vor allem die romanische Kathedrale und die Altstadt mit ihren von Arkaden gesäumten Straßen.
Etwas im Landesinneren liegt
Vic, die Hauptstadt des Gebietes Osuna. Anziehungspunkte sind die klassizistische Kathedrale und der Bischofspalast der Stadt. Bekannt ist Vic allerdings für den nur wenige Kilometer entfernten Parador de Vic-Sau. In wundervoller Natur, umgeben von grünen Wäldern hat man von hier aus einen vortrefflichen Blick auf den Stausee von Sau und das atemberaubende Panorama.